Drei Wochen Namibia III… Proteinkick: Mopaneraupensuppe

Mopaneraupensuppe und Raubvögel, auf Safari durch Wüsten, Steppen und und Berge. Namibia ist großartig. Unsere DEUTSCHELEITKULTURBLOG-Autorin Daniela Hoffmann berichtet von der zweiten Woche – dieses Mal auf Tour durch das Damara-Land.

Laden in der Wüste

Proteinkick: Mopaneraupensuppe

Weiter geht es ins Damara-Land. In der Ferne ragt der Brandberg auf und mitten im Nirgendwo zwischen Ziegenherden erstrecken sich die malerischen Gärten und die gelungene Pool-Landschaft der Damara Mopane Lodge. Die Mopane-Bäume mit ihren zweigespaltenen Blättern bestimmen stilistisch das Thema der Lodge, auf ihnen leben die Mopane-Falter und -raupen, die bei den Einheimischen unter dem Namen Mopane Worm gern als Proteinkick in der Suppe landen. Jeder Bungalow ist mit einem kleinen Garten umgeben, hier wachsen Bohnen, Möhren, Kohlrabi, aber auch Mangos, Kaffirlimetten, Bananen und Avokados, die dann für die Gäste frisch zubereitet werden. Zum Sun-Downer geht es auf eine am nächsten Hang gelegene Plattform, danach gibt es ein köstliches Abendbüffet im Patio, wo grün angeleuchtete Bäume und ein offenes Feuer in der Mitte für festliche Stimmung sorgen.

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Zebras

Am nächsten Tag kommen wir an der Bar mit Logde-Manager Nico ins Gespräch. Er sucht uns nicht nur mit enormer Geduld die Namen der Vögel heraus, die wir bisher gesehen haben. Management-Positionen sind für Schwarze noch immer absolute Ausnahme. Die Folgen der Apartheid sind auch nach vielen Jahren spürbar, und es ist bisher nicht gelungen, bei den Bildungschancen aufzuholen – auch in der kommenden Legislaturperiode ist das Militärbudget deutlich höher als die Ausgaben für Bildung. In Namibia gehören fast alle Geschäfte, Restaurants, Hotels und Unternehmen Weißen, während die schwarze Bevölkerung in untergeordneten Jobs arbeitet, am härtesten wohl im Baugewerbe und in den Minen. Die Regierung versucht gegenzusteuern, indem Beamtenjobs nicht mehr an Weiße vergeben werden und so langsam eine schwarze Mittelschicht entstehen soll. Nico erklärt uns, als wir neugierig nachfragen, dass bei Gondwana ein gutes Ausbildungskonzept dafür sorgt, dass es Aufstiegschancen für alle gibt und viele Management-Positionen mit Schwarzen besetzt sind – eine positive Ausnahme.

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Überraschend ist die Sprachvielfalt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die sprachbegabten Einwohner Namibias Afrikaans, Englisch und den jeweiligen Stammesdialekt sprechen, der häufig mit spannenden Klick- und Schnalzlauten versehen ist, auch Deutsch gehört oft zum Portfolio. Afrikaans erinnert zwar an Niederländisch, ist aber eine Mixtur aus dieser Sprache, Englisch und Deutsch, die mit so niedlichen Wörtern wie cashslipy (Quittung) daher kommt. Die Buren, die diese Sprache geprägt haben, sind in Namibia daran zu erkennen, dass sie gern barfuß gehen – durchaus auch mal ins Feinkostgeschäft. Wohl nicht umsonst bezeichnen sie sich als „weißer Stamm“ Afrikas.

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Laden in der Wüste

Wer genügend Sitzfleisch hat, kann im Damara-Land noch einen Ausflug zu den Felsgravuren in Tweifelfontein machen. Im griechisch klingenden Khorixas zweigt die Straße Richtung Swakopmund ab. Auf der Sandpiste geht es Richtung Westen, immer mit Blick auf den Brandberg. Das kleine Uis hat immerhin einige Pensionen und gilt als Ausgangspunkt für Touren auf den Brandberg. Hinter Uis sehen wir immer wieder provisorische Stände, auf denen Halbedelsteine unzeremoniell dargeboten werden, ganze Brocken von Rosenquarz, Onyx und Kristallen. Das Leben hier ist karg, und es kommt kaum Verkehr vorbei. Irgendwann erreichen wir die Küste bei Hentiesbaai und damit eine Besonderheit: die Salzstraße. Statt Asphalt ist die Fahrbahn aus glattem, grauen Salzgrund gemacht, auf dem es sich komfortabel fahren lässt. Ab und an verweisen Schilder mit einem kleinen Männchen, das einen überdimensional großen Fisch hält, auf Möglichkeiten am Strand zu angeln hin, ansonsten gibt es zwischen Wüste und Meer viel Salzabbau und eine Meerwasser-Entsalzungsanlage. In den letzten Jahren hat sich Swakopmund am Strand entlang weit ausgedehnt, im Bauboom sprießen Wohnungen und Eigenheime aus dem Boden, die Ausbeutung der größten Uranmine der Welt seit 2014,Rössing Süd, bringt mehr Menschen her.

Daniela Hoffmann

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