Drei Wochen Namibia VI – Familientreffen am Wasserloch

Elefanten sind kommunikativ, intelligent und grummeln mit dem Bauch, wenn sie Wichtiges zu sagen haben. In der letzten Woche – und dem vorletzten Teil unserer Namibia Serie – reist unsere Autorin Daniela Hoffmann durch das private Wild-Reservat Erindi. Unten am Fluss sagen sich Nilpferdefamilien und Elefantenbabys gegenseitig „Gute Nacht“.

Namibia Elefaanten

Erindi: Abendessen mit Elefanten 

Wir fahren am Inselberg Spitzkoppe vorbei zum privaten Wild-Reservat Erindi, in dem über hundert Elefanten frei leben. Wenn im „Tier-Portfolio“ des Namibia-Reisenden noch etwas fehlt: Hier gibt es jede Chance, die Lücken zu füllen. Perfekte Reiselektüre für diesen Ort ist „Der Elefantenflüsterer“ von Anthony Lawrence, der detailliert die Herausforderungen von Wild-Reservaten beschreibt und sehr viel darüber verrät, wie überaus intelligent und kommunikativ die Dickhäuter sind – zum Beispiel nutzen sie das Bauchgrummeln zur Verständigung.

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„Es ist ein kaltes Land mit einer heißen Sonne“, sagt ein älterer Herr aus Swakopmund, der mit seiner Frau in der Erindi-Luxus-Lodge Gebrauch vom „Drei Nächte zum Preis von einer“-Paket macht. Wir sitzen auf der Terrasse mit Wohlfühl-Sesseln und schlürfen Rock Shandy, das namibianische Nationalgetränk, wenn man mal kein Bier mag oder es für Gin Tonic noch zu früh ist. Der Drink aus Tonic Water, Zitronenbrause und Angostura Bitter kühlt angenehm in der Mittagshitze. Vor der Terrasse erstreckt sich ein großes Wasserloch. Jetzt zum Mittagsbüffet, das auch Besucher des Camp Elephant mit schicken Selbstversorger-Bungalows für rund 10 Euro genießen dürfen, aalen sich nur einige Flusspferde im Wasser. Sie tauchen kurz auf, die meisten Schnappschüsse mit der Kamera zeigen dann nur einen Kringel auf der Wasseroberfläche. Eines wälzt sich genüsslich, zeigt mal schnell den rosa Bauch, spielt mit einem Zweig und ist wieder abgetaucht. Am letzten Abend sollen hier Giraffen getrunken haben, und die Teilnehmer der Safaritour um 16.30 hatten Glück: Die Löwen haben sich im kurzen Regenguss geschüttelt und beleidigt ausgesehen, wie nasse Katzen das eben tun.

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12__MAi Sonnenuntergang

Auch das Camp Elephant ist um ein Wasserloch angesiedelt, aus dem Wohnzimmerfenster sehen wir die Elefanten kommen. Am Abend überlegt es sich die Nilpferdfamilie mit ihrem Kind zweimal, ob Auftauchen eine gute Idee ist, wenn die Dickhäuter, pachyderms auf Englisch, noch das Wasser durch ihren Rüssel rauschen lassen und ihre trockene Haut mit kleinen Duschen abkühlen. Erst als die Elefanten gehen, um sich mit Staub zu bewerfen, kommen die Flusspferde heraus und beginnen zu grasen. Die Krokodile bleiben hingegen im Wasser. Die Regenzeit ist die richtige Saison, um ein unachtsames Warzenschweinkind oder eine kleine Antilope beim Trinken zu erwischen, denn der Busch ist jetzt wie ein einziger großer Kindergarten.

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Der Luxus des Camps hat jedoch Tücken, die Mückenfenster schließen nicht richtig und die Nacht wird ein Jagdparcours, den definitiv die lästigen Viecher gewinnen. Zum Glück gibt es in Namibia nur wenige Malariagebiete, hauptsächlich ganz im Norden. Am nächsten Tag wird im kleinen, aber gut ausgestatteten Camp-Laden eine Dose Doom erstanden und der Bungalow ausgeräuchert. Nach unserer Rückkehr liegen hunderte Mückenleichen auf dem Boden – im Eins-zu-Eins-Battle hätten wir das nicht gewinnen können.

Daniela Hoffmann

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