Die Zukunft des Autos? Das Smart Device in der Cloud

((Quelle: Mercedes-Benz C-Klasse Coupé C 300))
((Quelle: Mercedes-Benz C-Klasse Coupé C 300))

Internetfirmen wie Google und Apple bedienen sich bei den Autofahrern und kopieren im großen Stil Daten aus den Fahrzeugen in ihre Rechenzentren in den USA. Dies ist für die Autohersteller eine rechtlich zumindest schwierige Situation: Wenn ein User ein Mobiltelefon nutzt ist klar, dass die Daten in Amerika gespeichert werden. Wenn aber ein OEM ein Auto in Deutschland hergestellt und verkauft hat, muss sich dieser Hersteller an deutsche Gesetze halten. Re2you gibt den OEMs eine Technologie, die ihnen erlaubt Daten zu filtern und die Datenübertragung zu stoppen.

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Die Geschäftsmodelle der Internet-Anbieter sind darauf ausgelegt, möglichst viele Daten über Nutzer zu sammeln, zu speichern, auszuwerten und an andere Nutzer und Kunden zu verkaufen. Und unter der Hand geben Vertreter der Autohersteller zu, dass sie von Apple und Google abhängig seien. Schon alleine deshalb, weil der größte Teil der Automotive-Apps auf einem der beiden Betriebssysteme läuft – und die Daten über ein iPhone oder Android-Smartphone aus dem Auto heraus übertragen wird. Um aus dieser Abhängigkeit heraus zu kommen könnte es eine Lösung sein, ein eigenes Betriebssystem in die Fahrzeuge zu implementieren.

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Stephan Plank und Gazaleh Koohestanian, Re2you
Stephan Plank und Gazaleh Koohestanian, Re2you

In Berlin Schöneberg sind offensichtlich bereits einige OEMs fündig geworden. Mit inzwischen mehr als 20 Mitarbeitern programmiert das Start Up Re2you an einem neuen Konzept, das die Verhältnisse im und um das vernetze Auto herum auf den Kopf stellen könnte. Die Re2you-Gründer Stephan Plank und Ghazaleh Koohestanian sind die Erfinder des Smartphones in der Cloud.

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„Die OEMs haben das Problem, dass sie User verschiedene Geräte haben, aber in den Autos immer nur eine Monokultur möglich ist – entweder iOS oder Android.  Auf Basis unseres Cloud Browsers entwickeln OEMs ihr eigenes Betriebssystem. Und in dieses Betriebssystem können sie dann Android und iOS integrieren“, sagt Ghazaleh Koohestanian, CEO von Re2you. „Wir haben begonnen mit Autoherstellern Prototypen zu entwickeln. Jetzt sind wir auf der Suche nach einem starken Partner, mit dem wir gegen die großen Internet-Konzerne antreten können.“

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Re2you sei so konzipiert, dass die Daten nur noch im Interesse der User weiter gegeben werden. Es gäbe kein Data Mining und auch keine Cookies. „Wir wollen das Datenverhalten regulieren und ethischer machen. Dafür erhält jeder User ein eigenes Eco-System“, so Koohestanian. Re2you kann tatsächlich ein starkes Gegenmodell zu Apple und Google werden. Die Frage ist allerdings, ob die OEMs sich tatsächlich von ihren derzeit wichtigsten Partnern im Connected Car Umfeld verabschieden würden.

Christian Raum/ veröffentlicht im Juli 2015 in „CAR IT“

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