Elektromobilität: Billingmaschine in der Cloud

PlugsurfinDie politische Entscheidung zur Datenübertragung aus der E-Call-Schnittstelle war ein Meilenstein für die rechtlichen Vorausetzungen, um Fahrzeuge an das Internet anzubinden. Doch wer gedacht hat, dies würde den Kampf um die Daten der Autofahrer beenden irrt gewaltig.

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Die Autohersteller behalten sich vor, die Daten, die über die E-Call-Boxen aus dem Fahrzeug kommen selber auszuwerten und über diese Schnittstelle den Kunden eigene Services anzubieten. Hier arbeiten viele Anbieter und Hersteller der „Old Economy“ daran, Wertschöpfungsketten aufzubauen. Player sind die OEMs selber, die bei Telekom-Unternehmen, Zulieferern oder Internet-Anbietern Services einkaufen und abrechnen.

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Doch haben sich um andere Systeme und Schnittstellen florierende Märkte aufgebaut. Hier sind die StartUps zuhause. Und hier arbeiten sie daran Produkte, Dienstleistungen und Spielregeln rund um das Automobil neu zu definieren und neu zu denken. Betriebssystem und on Board Diagnose sind technologische Grundlagen, für Anwendungen die innerhalb des Autos ticken.

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Wenn StartUps Smartphone mit dem Fahrzeug verbinden, fokusieren insbesondere auf die Anbindung an die grundlegenden Infrastrukturen außerhalb des Fahrzeuges: Parkplätze, Carsharing, Tankstellen, Ladestationen oder auch Personenbeförderung. Das Geschäftsmodell ist die Vermittlung von Autofahrern und Service-Anbietern.

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Plugserving Gründer und CEO Jacob van Zonneveld rechnet mit etwa 150.000 Elektroautos, die im Moment auf den europäischen Straßen  unterwegs sind. Bis zum Jahr 2020 könne deren Zahl auf mehrere Millionen steigen.

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„Das Problem ist aber, dass es kein einheitliches Abrechnungssystem gibt, viele Stromnetze sind geschlossen. Ein Autofahrer der von Norden nach Süden durch Deutschland fährt braucht rund 70 verschiedene Verträge, um überhaupt das Auto laden zu können“, sagt van Zonneveld. „Wir haben Verträge mit den Anbieter geschlossen und bieten eine Billing-Maschine in der Cloud an.“ Über die Plufsurfing-App seien seine User in der Lage die Ladestationen zu finden, ihre Fahrzeug zu laden und den Strom abzurechnen.“

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„Damit bieten wir Zugang zu mehr als 15.000 Ladepunkten in sieben Ländern innerhalb Europas.  Wir sorgen dafür, dass die Ladestationenbetreiber die in ihre Infrastruktur investieren Aufmerksamkeit bekommen und von den Elektroautofahrern gefunden werden.“

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Es sei klar – das Wichtigste ist dass die Elektroautos mit Energie versorgt werden. „Dem Fahrer muss die Angst vor der begrenzten Reichweite genommen werden“, erklärt van Zonneveld. Deshalb sei es entscheidend, dass sich Stromanbieter und Autofahrer vernetzen. „Wir können der Kleber zwischen  den beiden Welten sein.

Christian Raum/veröffentlicht in CAR IT, Ausgabe 3/2015

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